glossar0Die Zukunft:
Das Internet der Dinge 

Im Semantischen Web können durch intelligente Verknüpfungen von Informationen neue Zusammenhänge entdeckt werden, die zuvor nicht erkennbar waren.

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Glossar

Das folgende Glossar basiert im Wesentlichen auf:

Einige allgemeine Begriffe:

Digitales Sammlungsmanagement

Der Begriff Digitales Sammlungsmanagement wurde von Harald Krämer und Oliver Grau eingeführt als Bezeichnung einer postgradualen Weiterbildung an der Donau-Universität in Krems, Österreich. Digitales Sammlungsmanagement beinhaltet die EDV-gestützte Erfassung, Archivierung und Bereitstellung von Informationen rund um die Sammlungsobjekte einer Institution. Es ist damit nicht nur eine zentrale Grundlage für die wissenschaftliche Erforschung der Exponate sondern es ermöglicht auch einer breiten Öffentlichkeit den Zugang zu sammlungsbezogenen Informationen. Zu den Informationen, die über ein Objekt gesammelt und mithilfe einer Datenbank übersichtlich aufbereitet werden können, zählt nicht nur die digitale Abbildung eines Werks, sondern Informationen zum Hersteller, Material, Entstehungskontext, dem Erhaltungszustand und dergleichen mehr. Ein Objekt gilt dann als digital erfasst, wenn die Abbildung mit den textlich beschreibenden Daten korrekt verknüpft ist und die Daten den zuvor festgelegten Dokumentationsrichtlinien in Menge und Qualität entsprechen. Das heißt, Sammlungsinformationen müssen sachlich korrekt und aktuell sein.

Digitalisat

Ein Digitalisat ist ein computerlesbarer Datensatz, der entweder durch → Digitalisierung entstanden ist oder von vorn herein digital erzeugt wurde [digital born]. Ein solcher Datensatz ist mit mindestens einem digitalen Bild verknüpft.

Digitalisierung

Unter Digitalisierung eines Museumsobjekts versteht man die Erfassung der Informationen zum Objekt mithilfe eines Computers in Text- und Bilddaten.

Kontrolliertes Vokabular

Kontrolliertes Vokabular sind festgelegte Wortlisten, Systematiken oder → Thesauri, mit deren Hilfe gleiche Objekte gleich bezeichnet werden

Langzeitarchivierung

Um die Verfügbarkeit digitaler Daten langfristig sicherzustellen, muss von Beginn der Digitalisierung an ein Konzept für die Langzeitarchivierung entwickelt werden, das unter anderem festlegt, in welchem Format auf welchen Datenträger die Informationen gespeichert werden sollen und in welchem zeitlichen Abstand die Daten auf neue Träger migriert werden, bzw. in wie vielen Kopien sie vorliegen. In drei Bereichen können dabei die Ursachen für mögliche Datenverluste liegen: in der Hardware, der Software oder den Dateiformaten. In allen drei Bereichen muß stetig mit den Neuerungen Schritt gehalten werden. Als Standard gilt dabei das OAIS Referenz Modell = Offenes Archiv-Informations-System, siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/OAIS sowie www.langzeitarchivierung.de/ und www.smb.museum/ifm/dokumente/materialien/lza_ratgeber_vers1_2005.pdf.

Metadaten

Metadaten sind strukturierte textliche Daten, die festlegen, wie mit anderen Daten verfahren werden soll. Als übergeordnete Informationen helfen sie, die eigentliche Information zu verstehen und sie mit anderen zu teilen. In der Regel bestehen Metadaten aus zuvor festgelegten Elementen, welche die spezifischen Eigenschaften einer digitalen Ressource beschreiben. Jedes Element kann einen oder mehrere Werte enthalten. 

Ein Metadatenschema legt fest, wieviele Elemente zur Beschreibung herangezogen werden, wie diese Elemente heißen, was sie bedeuten und welche Werte sie enthalten dürfen. Wenn alle notwendigen Metadaten über die digitalen Ressourcen systematisch erfasst worden sind, ist dies die entscheidende Voraussetzung dafür, die Ressourcen gezielt wiederzufinden. Über intelligente Begriffsverknüpfungen ist es zudem möglich, den Nutzer auf Ressourcen aufmerksam zu machen, nach denen nicht explizit gesucht wurde, die aber in einem thematischen Zusammenhang mit der Suche stehen. Neben dieser Hauptfunktion von Metadaten, Ressourcen leicht zu finden oder zu entdecken, gibt es noch viele weitere Zwecke, für die Metadaten nützlich sind:

  • Technische Metadaten geben Informationen zu den technischen Eigenschaften einer Ressource. Sie legen zum Beispiel fest, in welchem Dateiformat die Ressource gespeichert ist. Diese Information ist wichtig, um zu entscheiden, wann die Datei in ein neues Format migriert werden muss, um den langfristigen Zugang zur Ressource sicherzustellen.
  • Strukturelle Metadaten legen fest, in welcher Beziehung ein Objekt zu anderen Objekten steht. So kann zum Beispiel dargestellt werden, welche Blätter zu einer grafischen Folge gehören oder welche Werke zu einer Sammlung gehören.
  • Beschreibende Metadaten werden verwendet, um ein Objekt genau zu identifizieren und umfassend zu beschreiben, hierzu gehören beispielsweise der Name des Künstlers, der Titel des Werks, das Material und dergleichen mehr.
  • Administrative Metadaten umschreiben alle Informationen, die gebraucht werden, um die Daten genau zu verwalten. Dazu gehören Informationen darüber, wer wann zuletzt die Daten eingegeben oder überprüft hat.
  • Rechtliche Metadaten geben unter anderem Informationen darüber, welche Urheberrechte mit der digitalen Ressource oder ihrer realen Vorlage verknüpft sind. 

Für die Bereitstellung der Metadaten haben sich international verschiedene Standards etabliert. Diese Standards beziehen sich jeweils auf verschiedene Aspekte der Beschreibung von Ressourcen, nämlich:

  • den Inhalt der einzelnen Datenfelder
  • die Struktur der Daten
  • die maschinenlesbaren Formate, die den Austausch der Daten zwischen verschiedenen Datenbanken regeln sollen
  • die Schreibweisen der einzelnen Daten

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen konzeptionellen Rahmen, die als generelle Richtlinien zu verstehen sind, auf deren Grundlage man ein eigenes Metadatenmodell herstellen kann und der Überführung dieser Konzepte in maschinenlesbare Codes, wie HTML (Hyper-Text Markup Language), XML (eXtensible Markup Language) oder RDF (Resource Description Framework). Eine kleine Auswahl dieser Standards wird im Folgenden zusammengefasst:

Standards

Dublin Core
Die Dublin Core® Metadata Initiative hat den ISO zertifizierten Dublin Core Standard entwickelt, der 15 Elemente zur Beschreibung von digitalen Ressourcen enthält. Damit werden also nicht die Museumsexponate selbst beschrieben, sondern die elektronischen Ressourcen, die auf diese verweisen. Erfasst wird beispielsweise der Name des Fotografen oder das Datum der digitalen Aufnahme. Der Name Dublin geht zurück auf einen Gründungsworkshop, der 1995 in Dublin, Ohio, stattfand. Der Hinweis Core (Kern) steht dafür, dass es sich um generelle Kernelemente handelt, siehe: dublincore.org/documents/dces/. Für die präzise Erfassung einzelner objektspezifischer Informationen ist dieser Standard allerdings nicht die passende Grundlage. Da der Dublin Core Standard in fast allen Erfassungssystemen integriert ist, hilft er, dass zumindest im Bereich dieser 15 Elemente ein Mapping verschiedener Systeme aufeinander erleichtert wird.

CDWA
Der vor allem in Nordamerika verbreitete Standard Categories for the Description of Works of Art ist der im Museumsbereich wichtigste konzeptionelle Rahmen, der festlegt, welche Kategorien zur Beschreibung von Kunstwerken, Bauwerken und anderen kulturellen Artefakten in einer Datenbank herangezogen werden können. Das Originalkonzept, entwickelt vom Getty Research Institute in Los Angeles, enthält 512 Kategorien. Da dies von kleineren Institutionen unmöglich verwaltet werden kann, wurde ein kleinerer Standard entwickelt und in ein XML Schema überführt: CDWA Lite, siehe auch: http://www.getty.edu/research/publications/electronic_publications/cdwa/cdwalite.html

CIDOC CRM
Das Comité International pour la Documentation ist eine Arbeitsgruppe des internationalen Museumsrats ICOM (International Council of Museums). Bereits seit 1950 berät sie Museen hinsichtlich idealer Arbeitsweisen im Bereich der Museumsdokumentation (Datenaustausch, Datenarchivierung, Dokumentationsstandards u.v.m.). Das CIDOC Conceptional Reference Model ist ein im kulturellen Sektor weit verbreiteter Standard. Das Modell legt nicht nur fest, welche Informationen zu einem Objekt erfasst werden sollen. Sondern es dient vor allem der sinnvollen Strukturierung dieser Informationen, indem Daten zu Gruppen geordnet und zu einander in logische Beziehungen gebracht werden. Ausgehend von einer ereignisbasierten Denkweise erfasst man beispielsweise sämtliche Daten zu einem Herstellungsereignis, wie der Erschaffung eines Kunstwerks. Denkbar ist auch ein Fundereignis im naturhistorischen Kontext oder ein Benutzungsereignis bei technischen Geräten. Der Fokus liegt hier auf der Beschreibung von kontextuellen Informationen, die das Objekt in den Zusammenhang mit historischen Ereignissen oder theoretischen Überlegungen bringen und damit den Wert und die Bedeutung des einzelnen Objekts hervorheben.

IPTC
Der IPTC-NAA-Standard wurde vom International Press Telecommunications Council (IPTC) entwickelt, um Informationen über digitale Abbildungen zu speichern. Während die bei jeder digitalen Aufnahme automatisch gespeicherten EXIF Daten (Exchangeable Image File Format) den technischen Rahmen der Aufnahme beschreiben, dienen die IPTC Daten der Beschreibung des tatsächlichen Inhalts des Bildes. Sie können sowohl Text als auch Zahlenwerte enthalten. Der Standard erlaubt es, Hinweise zu den Bildrechten, den Namen des Autors, Titel oder Schlagwörter anzugeben und auch direkt in der Bilddatei zu speichern. Seit 2003 ist neben die Speicherung im technischen Format des IPTC-NAA-Standards die Speicherung im XMP-Format (Extensible Metadata Platform) getreten, dabei sind allerdings die im IPTC-NAA-Standard definierten Felder mit ihrer Bedeutung erhalten geblieben, (teilw. zitiert nach: de.wikipedia.org/wiki/IPTC-NAA_Standard).

LIDO
Das Schema Lightweight Information Describing Objects baut auf CDWA Lite auf und wurde auf internationaler Ebene entwickelt, um durch ein gemeinsames, international anerkanntes Metadatenformat sicherzustellen, dass Informationen aus Onlinedatenbanken verschiedener Sprachen leichter in gemeinsame Portale transferiert werden können. Voraussetzung dafür ist allerdings eine sorgfältige Pflege der Datenbanken, indem sämtliche Informationen jeweils den richtigen Datenfeldern zugeordnet werden, siehe auch:network.icom.museum/cidoc/working-groups/data-harvesting-and-interchange/what-is-lido.html

SPECTRUM
Spectrum ist ein vom britischen Collections Trust entwickelter Standard für die Objektdokumentation und Sammlungsverwaltung (www.collectionslink.org.uk/programmes/spectrum). Weit über die Erfassung von Objektinformationen in Datenbanken hinaus beschreibt der Standard den Umgang mit Kulturobjekten – von dem Moment an, in dem ein Objekt in das Museum gebracht wird, über die Organisation des Leihverkehrs bis hin zum eventuellen Ausscheiden des Objekts aus der Sammlung. Der Standard wurde vor kurzem von der AG Sammlungsmanagement des Deutschen Museumsbunds, Fachgruppe Dokumentation, ins Deutsche übertragen, siehe: www.ag-sammlungsmanagement.de/.

Thesaurus

Ein Thesaurus ist in der Dokumentationswissenschaft ein kontrolliertes Vokabular, dessen Begriffe durch Relationen miteinander verbunden sind. Es werden in erster Linie Synonyme, aber auch Ober- und Unterbegriffe verwaltet. Im Gegensatz zu einer strengen hierarchischen Klassifikation erlaubt ein Thesaurus eine flexiblere Art der Begriffsverknüpfung. Einen Überblick über geeignete Wortlisten und Thesauri im Museumsbereich bietet: www.museumsvokabular.de